Stop im Namen der Liebe

Wichtige Ereignisse werfen ihre Schatten voraus – oder vielmehr ihre Lichter. Zumindest an manchen Münchener Lichtzeichenanlagen (LZA), wie normale Ampeln in bestem Behördendeutsch genannt werden.

So wurden im Glockenbachviertel einige Fußgängerampeln umgerüstet und weisen nun wieder im Zeichen der Liebe den richtigen Weg. Das Kürzel „LZA“ bekommt damit eine ganz neue Bedeutung: Liebeszeichenanlage. Sie zeigen statt der sonst üblichen Männchen gleichgeschlechtliche und heterosexuelle Paare – herzlich Hand in Hand verbunden. Und das pünktlich zum Start der Münchner Pride Week vom 7. bis 15. Juli.

Nichts für einsame Einzelgänger

Die Ampelpärchen in der Müllerstraße in Aktion.

Bereits vor einigen Jahren gab es in München einen Vorschlag der Stadtratfraktion Grünen-Rosa-Liste, solche Ampeln als Zeichen einer „offenen und modernen Gesellschaft“ dauerhaft aufzustellen. Der Antrag scheiterte jedoch im KVR – mit zum Teil putzigen Argumenten:

So tauchen die Ampelpärchen weder in der Straßenverkehrsordnung noch in den Richtlinien für Lichtsignalanlagen auf. Dort bilde das DDR-Ampelmännchen die einzige Ausnahme von den herkömmlichen Symbolen. Soviel zum Thema „offene Gesellschaft“.

Ein weiteres Argument: Die roten und grünen Pärchen dürften nur acht Wochen lang verwendet werden, weil der Magistrat der Stadt Wien, der zusammen mit einem Designerbüro über die Rechte an den Figuren verfügt, keine dauerhafte Nutzung erlaube.

Ja, richtig: Wien! Als Conchita Wurst 2014 in Kopenhagen den ESC gewann und feststand, dass Wien den nächsten Gesangswettbewerb ausrichtet, wurden in der österreichischen Hauptstadt an rund 50 Kreuzungen die Ampelpärchen installiert. Und die stehen heute noch.